16. Jahrhundert (1505 - 1536)

1505:
Freiberg wird Residenzstadt, nachdem der albertinische Herzog Heinrich auf sein friesisches Erbe verzichtet und dafür die Ämter Freiberg und Wolkenstein erhalten hatte. Der Herzog wohnt im Schloß Freudenstein unter recht bescheidenen Verhältnissen.
um 1509/ 1514:
Bau der Kreuzgänge und der Annenkapelle am Dom.

1510:
Der Chemnitzer Bildhauer Hans Witten vollendet sein 1508 begonnenes Meisterwerk, die Tulpenkanzel für den Dom.
Die Tulpenkanzel
um 1515:
Beendigung der Innenausstattung des neuerbauten Domes. Zu den bedeutendsten Kunstwerken gehören die Apostelfiguren.
1519:
Die urkundlich seit dem beginnenden 15. Jh. nachweisbaren Zinngießer gründen eine eigene Innung. Das Zinngießerhandwerk erhält eine feste organisatorische und inhaltliche Basis in einer 13 Punkte umfassenden Satzung. Die Blüte des Zinngießerhandwerks dauert bis in das erste Drittel des 17. Jh. an.
um 1520:
Der spätere Bildhauer und Ratssteinmetz Andreas Lorenz wird geboren. Er zählt zu den hervorragendsten Bildhauern der Renaissance in Freiberg. Er stirbt 1588 oder 1589.
1521:
Als erster Sohn von Herzog Heinrich und seiner Frau Katharina wird Moritz in Freiberg geboren, sein jüngerer Bruder August erblickt 1526 das Licht der Welt. 1541 übernimmt Herzog Moritz die Herrschaft über das Herzogtum Sachsen. 1547 erlangt er die Kurwürde. Moritz gehört zu den herausragendsten wettinischen Herrscherpersönlichkeiten überhaupt. Zu seiner Geburtsstadt Freiberg besaß er kein besonderes Verhältnis. Er wurde 1553 in der Schlacht von Sievershausen ermordet.
1529:
Herzog Georg erläßt eine Bergordnung für Freiberg, die weitgehend mit der Annaberger Bergordnung von 1509 identisch ist. Damit vollzieht sich eine allmähliche Angleichung der Rechtsverhältnisse des obererzgebirgischen und des Freiberger Bergbaus.
um 1530:
Der vermögende Freiberger Bürger Georg Lißkirchen läßt sich am Obermarkt Nr.17 ein repräsentatives Wohnhaus bauen. Das bemerkenswerte Portal, um 1535 von Paul Speck geschaffen, zeigt im Bogenfeld erstmals plastisch Szenen aus der Arbeitswelt des sächsischen Erzbergbaus.
1534:
Der Goldschmied Albrecht Moller fertigt im Auftrag der Freiberger Bergknappschaft die silbernen und teilvergoldeten Insignien Schlägel und Eisen. Sie werden von der Knappschaft bei festlichen Anlässen als Repräsentationsstücke genutzt.
1536:
Freiberger Bergleute werden nach Norwegen gesandt, um den dortigen Bergbau zu entwickeln.
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